Alpfahrt (Öberefahre)

Im traditionell gegliederten Alpaufzug fährt der Bauer mit seinem Senntum „öbere“, hinauf auf seine Alp. In Urnäsch spielt die Alpfahrt eine besondere Rolle. Die meis­ten Alpen Appenzell Ausserrhodens sind über die Hauptstrasse des Dorfes erschlos­sen. Jährlich ziehen rund 60 Sennten (Viehhaben) anfangs Sommer durch das Dorf, um ihre Alpen zu bestossen (mit Vieh zu besetzen) und kehren im Spätsommer auf demselben Weg zurück.

Dem Zug voran gehen die Geissen mit Geissbub und Geissenmädchen. Ihnen schliesst sich der Senn in seiner Festtagstracht mit den gelben Hosen an. Über seiner Schulter hängt der Fahreimer, ein hölzerner Melkeimer mit bemaltem Boden. Den Senn begleiten die drei Schellenkühe, gefolgt von den vier immer wieder zaurenden Zu­sennen. Einer trägt die Festtagstracht, die anderen drei die Sennentracht mit brau­nen Hosen. Die Vier führen die Viehhabe an. Seiner Herde folgt der Bauer mit sei­nem Hund. Zum vollständigen Alpaufzug gehört ein Stier sowie der von einem Pferd gezogene Lediwagen. Das darauf mitgeführte hölzerne Geschirr diente früher zur Verarbeitung der Milch. Das Senntum endet mit dem Sauwagen, ein mit Schweinen beladener Zweispänner.

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